Wir sind am Samstag noch in Schweden angekommen. Das waren jetzt zwei ereignisreiche Tage! Unterwegs haben wir noch ein Team mit einem Opel Frontera getroffen (ich glaube #78). Mit den dreien und Anne haben wir beschlossen, dass wir noch so weit fahren, wie wir kommen, um die Strecke für den nächsten Tag möglichst kurz zu halten. das sollte sich aber als nicht so gemütlich herausstellen.
Annes Leute haben wir im Süden von Schweden, in der Gegend um Österlen oder Sandhammeren, vermutet. Die wollten unbedingt die erste Aufgabe bewältigen: dort ihren König krönen! Wir haben aber sehr lange an der Fähre nach Dänemark warten müssen und hätten das nur schaffen können, wenn wir bis zum Morgen durchgefahren wären.
Also haben wir uns einen schönen See auf der Karte ausgesucht, der auf dem Weg liegt. Leider war die Zufahrt zum See sehr kompliziert. Selbst unsere 1:200.000 Karte war nicht genau genug. Und dann hat es auch noch angefangen zu schütten. Aber richtig. Mittlerweile war es schon nach Mitternacht und pechschwarz. In strömendem Regen haben wir den See gefunden. Dann die Erlösung! Der Regen hat einfach aufgehört. Von jetzt auf gleich. So konnten wir zusammen das Zelt aufbauen und endlich schlafen gehen. Leider ist beim Regen vorher Rüdigers Schlafsack so naß geworden, dass er im Auto schlafen musste. Sehr ärgerlich.
Am nächsten Morgen klarte das Wetter auf und wir wurden mit einer schönen Aussicht belohnt. Zum planschen war das Wasser ein bisschen kalt aber für die morgendliche Waschung war das super! Wir hatten uns einen richtig schönen Platz ausgesucht. Auf den Holztischen und -Bänken könnten wir dann in der Sonne frühstücken und den Schlafsack trocknen. Nach Kaffee und einer heißen Portion Chili (Danke Muddi!) ging es uns schon viel besser.
Unserem Bulli ging es allerdings nicht so gut. Ich würde mal sagen "ordentlich Rotz in der Nase" beschreibt es ganz gut. Wir haben das Wasser aus dem Ausgleichsgefäß abgelassen um mal zu sehen, wie viel Öl sich angesammelt hat: ein Drittel Liter!!11elf Nicht gut. Wirklich gar nicht gut.
Über den elektrischen Buschfunk erfuhren wir, dass das Team Bullinauten sich in einer Werkstatt von einem Deutschen die Einspritzleitungen löten lassen hat. Kurz angerufen und erfragt, wo die Werkstatt ist und den Kurs gesetzt. Der Umweg von 200km ist zwar ordentlich aber die anderen waren sehr zufrieden. Und das an einem Sonntag! Also los!
Rüdiger und Luca sind mit Anne Richtung Norden, zur nächsten Tagesaufgabe, gefahren. Stefan und ich nach Süden. Über Schotterpisten und zwischen Kuhweiden haben sich beide Teams ihren Weg gebahnt! So stellt man sich Schweden vor. Überall bunte Holzhäuser, Volvos, Elchgehege, und und und....
Die Werkstatt von Moses war nicht zu übersehen. Ein Prachtbau von einer Autoschrauberei. Inklusive Oldtimerrestauration und Lackiererei. Feinste Technik und der Chef wohnt nebenan. Moses ist echt ein super netter Typ! Er war auch gleich bereit auch noch uns zu helfen. Seine Frau war natürlich nicht so begeistert von der Idee, weil Sonntag sein einziger freier Tag ist. Wir allerdings schon! Das einzige, was wir machen konnten, den Ölkühler abklemmen, war schnell gemacht. Ein Mechaniker hatte uns am Start in Hamburg gesagt, der könnte undicht sein. Moses sagte, dass so ein Ölkühler so eine neumodische Erfindung sei und man das Teil eh nur beim Ziehen von Wohnwagen bei 35 Grad in Spanien braucht. Und wenn es etwas schlimmeres ist, wie Zylinderkopfdichtung oder ein gerissener Kopf oder Block, müssten wir eh die Sinnfrage stellen...
Sehr dankbar aber mit einem mittelmäßig mulmigem Gefühl sind wir wieder los und geben Gas! Wir müssen die anderen noch einholen! Ob die Schnelllösung des überbrückten Ölkühlers lüppt sehen wir morgen (Montag), nach erneuter Prüfung des Wassers.
Gegen 22:00 Uhr sind wir in Örebro auf dem Campingplatz bei Rüdiger und Luca angekommen. Die beiden hatten schon ihr Zelt aufgeschlagen und sich mit Renni und Jörg vom Team Rückenwind angefreundet.
Der nächste Tag (also heute, Montag) hat super begonnen! Viel Sonne, blauer Himmel, Kaffee und unfassbar gutem Astronautenfutter:
Tüte aufreißen, kaltes oder heißes Wasser bis zum Strich, 10min stehen lassen, lecker! Gibt's auch als Müsli oder andere Gerichte. Danke Wildnissport!
Nach dem Frühstück haben wir das Wasser kontrolliert und wieder aus dem Ausgleichsbehälter abgelassen. Ergebnis: nur noch Reste von Öl!! Yay! Großartig! Ich gebe noch keine Entwarnung aber es sieht gut aus!
Heute steht eine ordentliche Etappe ins Haus. Fast 600km Richtung Norden nach Östersund. Der Iltis hat ein kleines Problem mit der Elektrik und spielt wieder Weihnachtsbaum. Die Batterien sind okay und ein Masseschluss ist auch nicht zu erkennen... Deswegen sind Stefan und ich heute Vorhut und Luca und Rüdiger konsultieren eine Werkstatt.
Ziemlich viel Text... aber jetzt seid ihr up to date! Drückt uns weiter die Daumen!