Mittwoch, 22. April 2015

Wie alles begann

(Erstellt von Stefan)

Es war ein leicht nieselieger Vormittag und die neue Business Punk war gerade am Kiosk angekommen. Als begeisterter Leser dieser Zeitschrift, war es natürlich Pflicht sich eben diese auf dem Weg zum Bahnhof zu besorgen. Es waren mal wieder eine ganze Menge interessanter Artikel in dem Heft. Einer hat jedoch mein Leben verändert (naja zumindest meine Urlaubsplanung für das nächste Jahr).

Beschrieben wurde ein Trip ins Verderben. 8000 Kilometer in einem alten Volvo, fernab von jedem geordneten 9to5 Lifestyle. Ohne Autobahn und ohne GPS in einem Auto, das mindestens 20 Jahre auf dem Buckel hat. Die Protagonisten dieses Berichts haben viel erlebt. Von endlosen Straßen über wundervolle Naturerlebnisse und Aufgaben, die einen schon ein bisschen gruseln lassen (vor Ekel oder Ehrfurcht :D). Es geht einmal um die Ostsee. Von Hamburg aus über Dänemark, Schweden und Norwegen zum Nordkap. Danach geht es weiter über Finnland & Russland bis nach St. Petersburg und weiter über die baltischen Staaten zurück nach Hamburg. Eben ein richtiges Abenteuer.
Und wie sollte es nicht anders sein… Natürlich passieren die schlimmsten Dinge fernab jeder Zivilisation… Aber HEY!! Was ist schon eine abgetrennte Fingerkuppe, wenn man sie irgendwo in der Russischen Einöde in einem Krankenhaus nähen lassen kann, in dem auch gut und gerne der nächste SAW Teil spielen könnte…
EGAL! Sie würden es jederzeit wieder tun. Das ist das Fazit der Reisenden.

Vom der Abenteuerlust gepackt, habe ich erst einmal jeden angesprochen, ob er nicht Lust hat, im nächsten Jahr an der "Baltic Sea Circle" teilzunehmen. Nach den ersten 20 Zusagen war ich dann doch etwas stutzig und habe mal einen groben Finanzrahmen abgesteckt… Da trennte sich schon die Spreu vom Weizen und herauskristallisiert haben sich mein Bruder Michael, Rüdiger und Luca. Ein bunt gewürfelter Haufen ohne jede Kenntnisse was Motoren, Fahrwerk oder sonstiger grundlegender Technik, die in so einem Auto steckt. EGAL! Wozu gibt es denn bitte Erste-Hilfe-Bücher und Panzertape?

Um möglichst viel für einen guten Zweck spenden zu können, kam relativ schnell der Gedanke der Sponsorensuche auf. Um dem Ganzen auch einen seriöseren Touch zu geben als „4 Leute, die von schrauben keine Ahnung haben - in einem alten Auto - irgendwo 300km vor Murmansk in der Russischen Pampa strandet“ zu geben, musste natürlich auch ein Name her. Nach langen Überlegungen haben wir uns auf „NORDIC CHARITY GROUP“ geeinigt. Damit sollte klar sein wo unsere Priorität liegt! Ein Abenteuer zu erleben und so viel Gutes zu tun, wie möglich! Die 750€ pro Fahrzeug, die an eine gemeinnützige Organisation gespendet werden sind zwar schon nicht wenig, wir wollen jedoch deutlich mehr zusammenbekommen. Der Erste Entwurf der Sponsorenmappe ist auch schnell auf den Weg gebracht. Jetzt heißt es Aufmerksamkeit gewinnen und möglichst viele Firmen für die gute Sache zu gewinnen.

Die letzten schönen Tage in diesem Jahr haben wir dann für ein Fotoshooting genutzt, um der Sponsorenmappe den letzten Schliff zu verpassen. Den Iltis ausgepackt und neben die YAK 50 gestellt um einen ‘‘coolen“ Bezug zu Russland zu bekommen. 

Die Suche nach dem Auto gestaltete sich da schon schwieriger. Mein Bruder und ich wollten unbedingt einen alten amerikanischen Geländewagen mit einem dicken V8. Bei Luca und Rüdiger war die Wahl recht schnell auf den VW Iltis von Rüdigers Bruder gefallen.
Nach einigen Recherchen stellte sich heraus: „ V8?? Ähm.. nee..“ 2000€ Sprit sind dann doch leider nicht drin. Also wieder auf Start. Dann der zündende Gedanke: „Matu hat noch seinen alten Bus bei sich in der Halle!“ Wie sich herausgestellt hat, wurde der Bus seit mehreren Jahren nicht mehr bewegt. Bis auf den leicht muffigen Geruch durch die Matratze steht er aber gut da. Klar.. Die Reifen sind nicht mehr so toll und die Bremse ist festgerostet. Guter Dinge haben wir uns aber einen Hänger gemietet und das Goldstück in meine Einfahrt gestellt. „Es muss ja viel gemacht werden!“
Dann passierte über den Winter erst einmal nix.

Über den Winter hinweg wurde kräftig genetzwerkt um sich schon vorab mit einigen Teams auszutauschen und zu planen, was alles noch zu erledigen ist. Es ist eine ganz Menge… Reisepässe auf den neusten Stand bringen, einen internationalen Führerschein beantragen, die Bürokratie zwecks eines Visums bemühen, usw…